Microsoft reicht Klage gegen Lizengo und Edeka ein

In den vergangenen Wochen hat die Supermarktkette Edeka zu vergleichsweise überaus niedrigen Preisen sowohl Windows- als auch Office-Lizenzen, allem Anschein nach illegal, in seinem Sortiment angeboten. Nun entschied sich Microsoft, Klage gegen den Softwarehändler Lizengo einzureichen. Bislang kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch Käufer von „Edeka-Windows“ in Regress genommen werden.

In der Regel schöpfen aufmerksame Verbraucher Verdacht, wenn Microsoft-Anwendungen im Internet zu besonders niedrigen Preise angeboten werden. Die Frage nach der Rechtmäßigkeit stellte sich hingegen beim renommierten Einzelhändler Edeka hingegen niemand. Bereits vor einigen Wochen bewarb Edeka günstige Lizenzen für Microsoft Office sowie Windows 10. Selbst bei Microsoft selbst waren die entsprechenden Lizenzen zu einem wesentlich höheren Preis angeboten worden.

Hinter Lizenzen für Edeka steckt der Softwarehändler Lizengo, welche nach eigenen Angaben die Microsoft-Lizenzen aufgrund eines Überbestandes in „großen Mengen“ günstig abtrete. Microsoft hingegen hielt sich zu jenem Zeitpunkt darüber bedeckt, ob die Verkaufspraktiken von Lizengo als illegal oder legal eingestuft werden können. Nun scheinen die Redmonder offensichtlich zu einem Urteil gekommen zu sein und werden aktiv:

Das Fachmagazin „CRN“ berichtet, dass Microsoft eine Klage gegen Lizengo eingereicht hat. Die Recherchen von „CRN“ haben darüber hinaus ergeben, dass die veräußerten Lizenzen genau geprüft werden und ermittelt werde, wie es sein kann, dass Keys aus China stammen können. Hierbei ist es besonders interessant, wie die Lizenzen ihren Weg weder gebraucht noch neu ihren Weg nach Deutschland in die Regale von Edeka finden konnten.

Noch dubioser wirkt vor diesem Hintergrund eine naheliegende Vermutung, dass einige der verkauften Produktschlüssel allem Anschein nach aus Lizenzverträgen mit Universitäten aus dem Ausland stammen. Diese wurden dort nachweislich lediglich einmal aktiviert. Durch Lizengo wurden die Key im Anschluss an andere Kunden ausgeliefert und oftmals bis zu 25 Mal einer Aktivierung unterzogen. Wie die Universitäten bereits mitteilten, sei ihnen von diesem Sachverhalt nichts bekannt.

Sowohl Lizengo als auch Edeka müssen sich nun juristisch mit Microsoft auseinandersetzen. Grundsätzlich kann sich Microsoft dazu entschließen, alle betroffenen Microsoft-Accounts zu sperren. Darüber hinaus sind sich Juristen einig darüber, dass der US-Konzern auch gegen die Käufer der Lizenzen rechtliche Schritte einleiten kann. Neben Schadensersatzforderungen und Abmahnungen reicht das Strafmaß aufgrund von „unerlaubter Verwendung von Software nach dem Urheberrechtsgesetz“ bis hin zu einer Haftstrafe. Ob Microsoft tatsächlich gegen gutgläubige Kunden vorgehen wird, ist bislang nicht bekannt. Allerdings ist es ratsam, dass insbesondere überaus günstige Microsoft-Lizenzen lieber im Regal bleiben sollten.

Anstropad-Entwickler wandeln iPad-App in Windows-10-Anwendung um

Mit der Veröffentlichung des macOS Catalina präsentiert Appel ein neues Feature mit der Bezeichnung Sidecar. Der kalifornische Weltkonzern ermöglicht es auf diese Weise, dass das iPad als zweites Display an einem Mac verwendet werden kann. Die neue Funktion besitzt allerdings einen faden Beigeschmack, welche die Entwickler der App Astropad auf die Barrikaden klettern lässt.

Idee von Astropad „gestohlen“

Die grundlegende Idee für eine Funktionalität dieser Art hat Apple ganz offensichtlich von dem Unternehmen Astropad gestohlen, modifiziert und anschließend als neues Feature in seine Entwicklungen einfließen lassen. Dieser Vermutung gehen derzeit die Astropad-Entwickler intensiv nach. Wie das Startup-Unternehmen indes mitteilte, habe Apple das Konzept „genau kopiert“, was wiederum eine „verheerende“ Nachricht bedeute. Bereits in der Vergangenheit hat sich Apple immer wieder dem Vorwurf des Kopierens auseinandersetzen müssen. Der Ideendiebstahl besitzt allem Anschein nach bei Apple einen festen Stellenwert, weshalb sich der Begriff „sherlocked“ bei all jenen etabliert hat, die davon betroffen sind oder waren.

Astropad-Entwickler veröffentlichen emotionalen Blogpost

In einem emotionalen Blogpost erläutern die Entwickler, welche Lehren sie aus Apples Sidecar ziehen. Demnach müssen sich auch macOS-, iPhone- sowie iPad-Entwickler als Konkurrenz zu Apple sehen. Dass Apple selbst als Anbieter der Plattform agiert, ist demnach zweitrangig. Astropad wisse sehr gut, dass es schwer sein wird, gegen eine kostenlose Plattform wie der von Apple anzukommen. Astropad erteilt sich nun selbst ein paar Lektionen aus den Ereignissen und plant, ein „neugieriges“ und zugleich „experimentierfreudiges“ Team einzusetzen, um mehrere Produkte gleichzeitig anbieten zu können.

Apple-Plattform wird nicht mehr bedient

Daran anknüpfen wird Astropad keine Entwicklungen mehr für Apple-Plattformen vornehmen. Wie das Startup selbst in Erfahrung gebracht haben will, seien viele Profis aus dem Kreativbereich von macOS zu Windows abgewandert. Bereits vor der Veröffentlichung von Sidecar habe das Unternehmen mit dem Gedanken gespielt, auch für Windows seine App anzubieten. Durch die nun stattgefundenen Ereignisse sieht Astropad nach eigenen Angaben „keinen Raum mehr“ für die App auf der Plattform von Apple. Letztendlich sei die Portierung von Astropad auf Windows oberste Priorität. Wie die Entwickler zugaben, bereuen sie es, nicht von Anfang an ihre Arbeiten auf plattformunabhängiger Basis durchgeführt zu haben. In naher Zukunft wird die App nun auch allen Windows-10-Nutzern zur Verfügung stehen.

Update KB4517389 behebt Druckerprobleme

Nach Ansicht von Microsoft behebt ein neuer Patch (KB4517389) die Probleme mit Druckern, die seit den letzten Septemberupdates grassierten.
Der Schuldige ist hier der Patch KB4522016, dessen Installation dazu führen kann, dass die Druckerwarteschlange einen Auftrag nicht abschliessen kann oder abstürzt.
Betroffen sind alle Versionen von Windows 10 incl. der LTSC-Variante sowie Windows 8.1 und Windows 7 SP1.

Als Workaround empfiehlt Microsoft einen Neustart der Druckwarteschlange. Berichte einiger Nutzer sagen ebenfalls aus, das eine Neuinstallation der Druckertreiber in vielen Fällen erfolgreich war. Der von Microsoft zwischenzeitlich ausgerollte Fix KB4524147 hat jedoch in vielen Fällen das Problem weiter verschlimmert.

Als Ursache wurden Inkompatibilitäten mit Druckertreibern des aktuellen V4-Treibermodells genannt. Ein funktionierender Workaround bestand auch darin, bei Vorhandensein von älteren Treibern nach dem V3-Treibermodell diese einzuspielen, um zumindest die wichtigsten Funktionen nutzen zu können.

Diese Probleme sind ein erneutes Negativbeispiel für eine mangelhafte Qualitätssicherung seitens Microsoft, die einen Großteil von realen Tests durch Telemetrieberichte von Testnutzern versucht hat zu ersetzen.

KB4524147 Windows-10-Update sorgt für Fehler im Boot-Vorgang sowie im Startmenü

Ein erst kürzlich veröffentlichtes Sicherheitsupdate für Windows 10 sorgt bei vielen Anwender für erhebliche Probleme im Boot-Vorgang oder auch im („zerstörten“) Startmenü des von Fehlern geplagten Betriebssystems. Ursprünglich war das Sicherheitsupdate veröffentlicht worden, um Druck-Probleme zu beheben.

Besonders betroffen ist allem Anschein nach KB4524147 für die Windows-10-Version 1903. Microsoft teilt indes mit, dass „derzeit kein Problem mit diesem Update bekannt“ sei. Über die gesamte Dauer des vergangenen Wochenendes haben sich zahlreiche Nutzer im Internet zu Wort gemeldet und erhebliche Probleme gemeldet. So sei beispielsweise nach der durchgeführten Installation eine Fehlermeldung nach einem Klick auf das Startmenü aufgetaucht. Dieser beschreibt einen „kritischen Fehler“ in Windows 10.

Andere User des Betriebssystems berichten seit der abgeschlossenen Installation sowie dem damit zusammenhängenden Neustart von Problemen im Bootvorgang. So scheiterte bei vielen Anwender bereits der Start von Windows 10. Darüber hinaus mehren sich die Berichte, dass die Druck-Probleme durch das bereitgestellte Sicherheitsupdate nach wie vor bestehen. Bislang scheint lediglich eine Deinstallation des Updates die eingeschlichenen Fehler wieder aus der Welt zu schaffen.

Ist das SmartHome wirklich ein smart move?

Das „Internet der Dinge“ wächst stetig weiter. Immer mehr Geräte werden in Wohnungen, Büros und Fahrzeugen durch Varianten mit Netzwerkzugriff ersetzt. Das ist praktisch und vereinfacht in vielen Fällen die Bedienung.

Das hierdurch jedoch auch das Gefahrenpotential steigt, wurde erst letzte Woche wieder deutlich, als das Netzwerk des Berliner Kammergerichtes durch einen Trojaner infiziert wurde und die Mitarbeiter sich dadurch erstmal auf die herkömmlichen Arbeitsmittel wie Telefon und Fax beschränken mussten.

Bereits auf der Fachkonferenz „Cyber Security Nordic 2019“ warnte der bekannte Sicherheitsexperte Bruce Schneier davor, das selbst so abstruse Dinge wie Aquarien mit Internetanschluss ein Einfallstor für Cyberangriffe in einem sonst lückenlos abgesicherten Netzwerk bedeuten können.

Der Grund dafür das inzwischen nicht mehr nur klassische Computer gehackt werden, sondern auch zunehmend Dinge aus allen Lebensbereichen wie medizinische Geräte, Heizungssteuerungen oder die Bordelektronik von Kraftfahrzeugen, sehen die Experten der Konferenz in, aus Kostengründen, mangelhaft programmierter Software und Betriebssysteme. Sie plädieren daher für staatliche oder besser noch weltweite Regularien zur Cybersicherheit. Vereinheitlichte Sicherheitsrichtlinien würden auch den Softwareherstellern die Arbeit vereinfachen und zur Kostensenkung beitragen.

Klar ist, es muss gehandelt werden, und das schnell. Damit das, eigentlich komfortable, „Internet der Dinge“ nicht zum größten Sicherheitsrisiko unserer Zeit wird.