Neue Updates, neue Highlights, neue Namen

Microsoft hat in der Vergangenheit immer wieder betont, einen engeren und verlässlicheren Update-Rhythmus einzuhalten. Bisweilen verliefen die Programmaktualisierungen jedoch eher nach Gutdünken. Im Jahre 2019 scheint der Software-Riese sein Versprechen endlich einzuhalten: Bereits für das Frühjahr, vermutlich für den April, steht das erste Update parat. Microsoft hat dem nächsten Update-Feature den Namen 19H1 verpasst. Diese Bezeichnung erscheint zunächst kryptisch, macht jedoch Sinn: Die erste Zahl soll zukünftig für das Jahr, die zweite für das Halbjahr der Veröffentlichung stehen. Ersten Insiderinformationen zufolge arbeitet Microsoft bereits an 19H2, was im zweiten Halbjahr, vermutlich im Oktober, ausgeteilt werden soll.

Funktionen und Neuerungen

Absolute Gewissheit, was 19H1 mit sich bringt, gibt es nicht. Bisweilen schweigt Microsoft. Anhaltspunkte, was in Kürze unter Windows 10 anders laufen könnte, gibt es dennoch: Des Öfteren hatte der Konzern an der sogenannten Sets-Funktion getüftelt und könnte diese nun in der finalen Version ins System integrieren. Die, eigentlich für 2018 vorgesehene, Bedienungshilfe soll unter anderem das Surfen in Browser komfortabler gestalten. Neben der Tab-Navigation sollen automatisch ausklappende Anzeigen zu Verknüpfungen in dieser Funktion enthalten sein. Möglich, jedoch eher unwahrscheinlich, ist eine neue Version von Windows 10 Mobile. Der Konzern hatte bereits offiziell das Aus für Windows 10 Mobile bekannt gegeben, doch die Gerüchteküche brodelt weiter, denn unter dem Codenamen Andromeda scheint Microsoft immer wieder Geräteentwicklungen anzustreben. Von den Neuerungen profitieren könnten zum Beispiel faltbare Displays, wie sie zuletzt auf der CES die Runde machten.

Meta-Daten für einige ältere Windows-Versionen ausgeschlossen

Die meisten der älteren Windows-Versionen werden laut Microsoft keine Meta-Daten mehr für den Windows Media Player (WMP) sowie das Windows Media Center (WMC) erhalten. Von der Änderung betroffen sind beispielsweise Windows 7, Windows 8 sowie Windows 8.1, wie Microsoft offiziell mitteilte. Bislang versorgte der entsprechende Dienst im Hintergrund den das WMC und den WMP mit ergänzenden Informationen zum Musiktitel oder zum Video.

Bereits vorhandene Daten bleiben sowohl im WMC als auch im WMP auch in Zukunft gespeichert. Bei neuen Video- oder Musiktiteln, neu angelegten Benutzerkonten oder bei einer Neuinstallation des Betriebssystems werden keine Metadaten mehr gespeichert. Trotz offizieller Ankündigung teilt das US-Unternehmen nicht mit, wann mit einer Umsetzung zu rechnen ist.

Microsoft erläuterte, dass die Entscheidung auf Basis von Kunden-Auswertungen sowie von Nutzungsdaten getroffen wurde. Da jedoch viele Anwender alternative Software-Produkte wie den footbar2000 oder den VLC-Player dem WMP vorziehen, dürften sich die Auswirkungen mit hoher Wahrscheinlichkeit in Grenzen halten. Zum Einpflegen von Meta-Daten lässt sich darüber hinaus die Software MP3Tag nutzen.

Bereits unter Windows 8.1 war das WMC als optionales Angebot verfügbar. Von Windows 10 wird WMC nicht mehr unterstützt, wodurch auch hier die Nachfrage deutlich sinken dürfte.

Windows Live Kacheln vor dem Aus?

Allem Anschein nach ist Microsoft bestrebt, seine Live Kacheln zu Grabe zu tragen. Die in Windows 8 vorgestellten blinkenden Kacheln im Startmenü haben wohl für die meisten Nutzer einen geringen oder keinen Mehrwert und sollen deshalb verschwinden. Startpunkt für diese Reduzierung soll das noch unveröffentlichte Windows Lite sein.

Microsofts Bestreben, seine Produkte zu entschlacken, trifft nun auch die Live Tiles, welche seit Windows 8 und Windows Phone das Startmenü zieren. Die ursprüngliche Idee, die Kacheln als Informationsquelle anzubieten, hat sich leider nicht bewährt. Zumindest soll das aus einem internen Dokument hervorgehen. Demnach werden die Kacheln zumeist ausschließlich genutzt, um Programme zu starten. Der News-Charakter tritt fast vollständig in den Hintergrund. Dafür braucht es dann tatsächlich kein aufwendiges Kachelmenü.

Die Nutzerschaft ist hinsichtlich dieses Vorhabens eher zwiegespalten. Wie alle technischen Lösungen haben auch die Kacheln Fans und Nutzer, die sie kritisch sehen. Wie dem auch sei, die Abschaffung ist ja sowieso erst mal nur für das noch unbekannte Windows Core OS vorgesehen. Inwiefern das für alle anderen Windows 10-Versionen umgesetzt wird, zeigt die Zukunft. Es gibt jedenfalls keine offizielle Ansage von Microsoft dazu.

Ende 2019 läuft der Support für Windows 10 Mobile aus

Am 10. Dezember 2019 wird Microsoft laut einer offiziellen Ankündigung den Support für Windows 10 Mobile einstellen. Während der US-Konzern keinerlei Hinweise auf einen eventuellen Nachfolger in diesem Spektrum gibt, empfiehlt es den Wechsel zu den einstigen Konkurrenten Android oder iOS.

Weiter lies Microsoft alle Nutzer im Support-Bereich wissen, dass auch nach der Beendigung des Supports alle Smartphones sowie Tablets mit Windows 10 Mobile weiterhin funktionstüchtig sein werden. Über Microsoft-Server zur Verfügung gestellte Dienste werden allerdings mit nur wenigen Ausnahmen beendet.

Zu diesen zählt beispielsweise die automatische Sicherungsfunktion für das Geräts selbst, die erst zum 10. März 2020 abgeschaltet werden soll. Darüber hinaus wird die Geräte-Wiederherstellung sowie die Möglichkeit zum Upload von Fotos bis Dezember 2020 nutzbar sein.

Dennoch empfiehlt Microsoft Windows 10 Mobile-Nutzern spätestens nach Ablauf des Supports einen Wechsel zu Android oder iOS. Wer mit der Umstellung Schwierigkeiten hat, kann zum Beispiel aus Android-Geräten den Microsoft-Launcher installieren und weiterhin auf der Windows-Mobile-Oberfläche arbeiten. In dessen neuester Version können Anwender den Sprachassistenten Cortana in deutscher Sprache nutzen. Die Redmonder empfehlen außerdem, bereits ab November 2019 regelmäßig manuelle Backups durchzuführen, um den Verlust von wichtigen Daten zu vermeiden.

Support-Aus für jederman?

Gemessen an den Meldungen über Support-Aus kommt schnell der Verdacht auf, bei Microsofts Software-Welt handle es sich um eine zukunftslose Programmpalette: Machte vor Kurzem die Bestätigung, dass das Support-Aus für Windows 7 im Januar nächsten Jahres nicht verschoben wird, die Runden, taucht nun in vielen Foren die Meldung auf, dass auch für Windows 10 Mobile die Tage gezählt sind.

Erst Stillstand, dann Wechsel

Das mobile Betriebssystem Windows 10 Mobile konnte sich nie großer Beliebtheit erfreuen. Seitdem sich Nokia für Android als Betriebssystem entschieden hat, findet Windows 10 Mobile kaum noch Verwendung. Der Entschluss, für das Programm keine weiteren Updates anzubieten, kommt demnach keineswegs unerwartet: Nach einem Kleinstupdate im Oktober 2017 herrscht seit Langem Stillstand in Microsofts Handysphäre. Die Ankündigung von Joe Belfiore setzt der Global Player demzufolge lediglich in die Tat um: Am 9. Oktober 2017 gab der Manager bekannt, dass keine neuen Funktionen für Windows 10 Mobile geplant seien – lediglich Fehlerkorrekturen und Sicherheitsupdates sollten folgen.

Damals wie heute rät Microsoft seinen Kunden zum Umsteigen. Googles Android wird das System vermutlich ablösen. Betroffene Geräte sollen sich weiterhin nutzen lassen und im Juni 2019 ein letztes Update erhalten. Alsdann werden die Funktionen sukzessive eingestellt. Eine Gerätesicherung beispielsweise soll zum 10. März 2020 letztmalig möglich sein. Zu diesem Stichtag sollten demnach alle Windows-10-Mobile-Nutzer ihre Daten gesichert beziehungsweise exportiert haben, um diese auf dem Neugerät nutzen zu können.